Gütesiegel Hochbegabtenförderung

Pressemeldung vom 10.08.2004

Kultusministerin Karin Wolff verleiht 62 Schulen das Gütesiegel Hochbegabtenförderung
Zum Ende des Schuljahres hat Kultusministerin Karin Wolff 62 hessischen Schulen das Gütesiegel für Schulen, die hochbegabte Schülerinnen und Schüler besonders fördern, verliehen. "Wir hatten uns verpflichtet, uns sowohl für die weniger als auch um die besonders begabten Schülerinnen und Schüler verstärkt zu kümmern. Und genau das machen wir auch," so Kultusministerin Karin Wolff. Durch den kontinuierlichen Ausbau von Angeboten für hochbegabte Kinder und Jugendliche in den vergangenen Jahren gibt es nun in allen 15 hessischen Schulamtsbereichen in allen verschiedenen Schulformen Konzepte zur Förderung der Hochbegabten. Somit hat das Hessische Kultusministerium das im Januar 2001 im Landtag genannte Ziel, "den Eltern in allen Landstrichen und aus allen Schulformen Schulen nennen zu können, die über eine besondere Kompetenz und über spezifische Angebote auf dem Gebiet der Hochbegabtenförderung verfügen", erfolgreich und zügig eingelöst.
Die Schulen, die das Gütesiegel verliehen bekommen haben, erproben beispielhaft das pädagogische Eingehen auch auf hohe Begabungen, die in allen Schulen und allen Klassen vorkommen. Ihre Erfahrungen und ihr Wissen soll anschließend an alle anderen interessierten Schulen in Hessen weitergegeben werden, denn Begabungsförderung ist Thema und Herausforderung für alle Schulen und Schulformen. In keinem anderen Bundesland gibt es bisher in der Fläche und mit solch einer Dichte eine aus eigener Kraft und mit eigenen Ressourcen erstellte psychologische und pädagogische Grundlegung zum Thema Hochbegabtenförderung für den Unterricht an Schulen. "Hessen ist bei der integrativen und einzelfallbezogenen Hochbegabtenförderung in Schulen Spitzenreiter", freute sich die Kultusministerin.
Schulen können dieses Gütesiegel in Form einer Urkunde auf Antrag für drei Schuljahre vom Land Hessen verliehen bekommen. Mit der Verleihung des Siegels erhalten die Schulen die Möglichkeit, Anträge auf Förderung aus Haushaltsmitteln zur Hochbegabtenförderung in hessischen Schulen zu stellen. Schulen, die das Gütesiegel verliehen bekommen haben, berichten dem Kultusministerium über die Ergebnisse der Hochbegabtenförderung an ihrer Schule. Das Gütesiegel kann nach dem Ablauf der Dauer von drei Schuljahren erneut verliehen werden. Das Gütesiegel soll zur Schulprogrammentwicklung und qualifizierten Profilbildung von Schulen beitragen.
Insgesamt hatten sich 69 hessische Schulen für das Gütesiegel beworben, 62 Schulen wurden schließlich ausgewählt. Neben 35 Grundschulen haben 27 weiterführende Schulen - acht Gesamtschulen, 18 Gymnasien und eine Berufsschule - das Prädikat erhalten. Die Schulen mussten sieben zentrale Kriterien für das Gütesiegel erfüllen: Förderkonzept als Bestandteil des Schulprogramms, Kompetenz bei der Identifizierung Hochbegabter, Entwicklung begabungsbezogener individueller Förderpläne, Beratung von Eltern, Zusammenarbeit mit kompetenten außerschulischen Partnern, Lehrerfortbildung und Evaluation der ergriffenen Maßnahmen.
Als Anschubfinanzierung für die geplanten pädagogischen Maßnahmen im Rahmen dieses Programms wurden bisher schon Fördermittel in einer Größenordnung von 138.450 Euro an Gütesiegel-Schulen zugewiesen.
"Das Gütesiegel Hochbegabtenförderung baut auf den vorangegangenen Maßnahmen des Kultusministeriums zur Einrichtung sachgerechter Beratungs- und Förderangebote auf dem Gebiet der Hochbegabtenförderung auf. Ziel war und ist es, ein psychologisches und pädagogisches Fundament für ein wohnortnahes fundiertes individuelles Eingehen auf hochbegabte Schülerinnen und Schüler an möglichst vielen Schulen in allen Regionen des Landes zu schaffen," erläutert Wolff.
So wurde z. B. im Schuljahr 2002/2003 an 16 hessischen Grundschulen mit der Hochbegabtenförderung, d.h. mit Begabungsdiagnostik und Lehrerfortbildung begonnen, im Schuljahr 2003/2004 kamen weitere 15 hinzu. Inzwischen bieten insgesamt 35 Grundschulen individuell entwickelte Beratungs- und Förderkonzepte an. Die Förderkonzepte sind jeweils auf die Bedingungen des jeweiligen Standorts zugeschnitten, so dass es eine Vielfalt an Ansätzen und Umsetzungswegen gibt. Diese Konzepte müssen zunächst erprobt werden, da auch international keine wissenschaftlich evaluierten und ausgereiften didaktischen Konzepte zur schulischen Hochbegabtenförderung im regulären Unterricht bekannt sind. "Es ist toll, mit welchem Engagement und welcher Einsatzfreude die Kollegien und Schulleitungen handeln", lobte Wolff die Aufgeschlossenheit gegenüber des neuartigen und aufwändigen pädagogischen Vorhabens.
Weiterhin unterstützt das Kultusministerium regelmäßig Ferienakademien für hochbegabte und hochleistende Schülerinnen und Schüler. In den Sommer- und Herbstferien 2004 werden in Hessen insgesamt elf solcher Seminare von unterschiedlichen Trägern angeboten.


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