Förderkonzept - Baustein Hochbgabung

Förderung von besonderen Begabungen an der Grundschule Harleshausen

 

Hochbegabte Kinder haben besondere Bedürfnisse, die allzu oft nicht gesehen und daher vernach-lässigt werden. Die Folgen daraus sind nicht erfüllte Potenziale, Langeweile und Schulunlust, die mit seelischer Not und Depression einhergehen können.

 

Es ist nicht ausreichend, alle Schüler und Schülerinnen nach dem „Gießkannenprinzip“ gleicher-maßen zu fördern. Wesentlich ist, sich an altersgemäßen Lehr- und Lernmethoden wie Inhalten zu orientieren, um Motivation und Leistungsbereitschaft vom ersten Schultag an zu schaffen.

 

Damit kann einerseits eine wesentliche Voraussetzung für die spätere Entfaltung in den weiter-führenden Schulen gelegt und die Zahl der Underachiever möglichst klein gehalten werden.

 

An unserer Schule wird das Modell der integrativen Förderung angewendet. Im Rahmen dieser Anwendung verbleiben die Schülerinnen und Schüler in ihrem Klassenverband und es kommen als unterrichtliche Maßnahmen zwei Prinzipien zur Umsetzung:

 

 

a)     Akzeleration (beschleunigtes Lernen)

 

Vorschulische Maßnahmen - Vorzeitige Einschulung

Überspringen von Klassen

Jahrgangsübergreifende Förderung bei Teilleistungsstärken

 

 

b)     Enrichment (vertieftes Lernen)

 

Individualisierung (schüler- und lehrergesteuerte Differenzierung)

              Arbeitsgemeinschaften/ Angebote

Projekte

Wettbewerbe  

 

 

 

Zu a) Akzeleration (beschleunigtes Lernen)

 

Kinder durchlaufen hierbei eine kürzere Schulzeit als vorgesehen. Sie können früher eingeschult werden und/oder Jahrgangsstufen überspringen.

 

 

Vorschulische Maßnahmen – Vorzeitige Einschulung

 

a)     Sensible Vorgehensweise beim Einschulungsgespräch

b)     Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten

c)     Zusammenarbeit mit dem Schulpsychologischen Dienst

d)     Probeschultag (Schulfähigkeitsüberprüfung)

e)     Beratungsgespräche mit Eltern/Schulpsychologischer Dienst

 

Beim Einschulungsgespräch werden erste Eindrücke und Informationen gesammelt. Diese führen dazu, dass im Bedarfsfall und nach Absprache mit den Eltern, Gespräche mit den Erzieherinnen stattfinden und/oder der Kontakt zum Schulpsychologischen Dienst hergestellt wird.

Mit den sechs Kindertagesstätten in unserem Einzugsgebiet existiert eine im Laufe von vielen Jahren gewachsene enge und gute Kooperation. Gespräche mit den Erzieherinnen sensibilisieren den Blick auf die einzuschulenden Kinder und machen auf Besonderheiten aufmerksam.

Beim Probeschultag werden Gruppen von 10 bis 12 Kindern durch zwei Lehrkräfte und eine Erzieherin nach einem festgelegten Plan zwei Zeitstunden unterrichtet. Besonderheiten, die hierbei auftreten, führen zu weiteren Beratungsgesprächen mit Eltern.

Eltern, die eine vorzeitige Einschulung ihres Kindes aufgrund seiner besonderen Begabung in Erwägung ziehen, werden nach dem Probeschultag im Gespräch darüber informiert, ob diese Fördermaßnahme sinnvoll erscheint und das Kind über die erforderliche soziale und emotionale Reife für diesen Schritt verfügt.

 

 

Überspringen von Jahrgangsstufen

 

Neben der vorzeitigen Einschulung stellt das Überspringen von Jahrgangsstufen eine weitere Möglichkeit der äußeren Differenzierung dar. Das Überspringen einer Jahrgangsstufe kann in Betracht kommen, wenn bei einem Kind sehr große Lernfreude, Wissbegier sowie ein sehr großer Lernvorsprung beobachtet werden und es sich trotz individueller Förderung in der gegenwärtigen Jahrgangsstufe langweilt, stark unterfordert ist und langfristig die Lernmotivation leidet. Gelangen nach sorgsamer Prüfung aller Gegebenheiten das Lehrerteam, die Schulleitung, evtl. auch der Schulpsychologische Dienst und das Kind zu der Auffassung, dass das Überspringen eine sinnvolle Strategie darstellt, bedarf es einer verantwortungsvollen Vorbereitung und Begleitung. Hier ist es besonders wichtig auf einen sensiblen Umgang mit dem jeweiligen Kind zu achten, die emotionale wie die soziale Kompetenz genau im Auge zu behalten.

Nach einer mehrwöchigen Probezeit in der aufnehmenden Klasse kann abschließend über das Überspringen entschieden werden.

 

 

Jahrgangsübergreifende Förderung bei Teilleistungsstärken

 

Zeigt ein Kind in einem Bereich eine besondere Begabung, kann ihm ermöglicht werden, in einem bestimmten Fach am Unterricht der nächst höheren Jahrgangsstufe teilzunehmen. Der zeitliche Rahmen für diese äußere Differenzierungsmaßnahme kann individuell festgelegt werden (z.B. für ein Projekt, einige Monate).

 

 

Zu b) Enrichment

 

Fühlt sich ein Kind in seiner Klasse wohl, stellt die Individualisierung eine geeignete begabungs- und leistungsentsprechende Fördermaßnahme dar. Sie dient der (inneren) Differenzierung und Bereicherung des Unterrichts (Enrichment) und wird im Klassenverband durchgeführt.

Hierbei ist es möglich, Kindern mit unterschiedlichen Begabungen und Leistungsstärken zu zeigen, wie das Lernen miteinander und voneinander (Helfer-und Expertenprinzip) gehen kann und wie mögliche unterstützende Maßnahmen (Medien, Material etc.) eingesetzt werden können. Daneben ist es wichtig zu erfahren, wie erworbene Lernstrukturen und Anstrengungsbereitschaft zu mehr Erfolg führen können.

 

Lerninhalte bestimmter Fächer/Themen werden vertieft bzw. verbreitert. Die Unterrichtsinhalte können von den Kindern dahingehend bestimmt werden, wie intensiv sich ein Themenkomplex ausweiten lässt und/oder er durch andere Themen ergänzt werden kann.

Begabte und leistungsstarke Kinder haben Persönlichkeitsmerkmale entwickelt, die auf das Lernen unterschiedliche Auswirkungen haben. Durch Enrichment können Motivation, Lernwille und -erfahrung, Konzentration und Anstrengungsbereitschaft, unterschiedliche Lernstrukturen und Kenntnisse, Individualisierung und Differenzierung als Prinzip des Unterrichts verwandt werden.

 

 

 

Individualisierung (schüler- und lehrergesteuerte Differenzierung)

 

Die Leistungen und Interessen von begabten Kindern unterscheiden sich mitunter extrem von ihren gleichaltrigen Mitschülerinnen und Mitschülern.

Das Unterrichtsangebot muss demnach entsprechend aufbereitet werden, so dass eigen-ständiges, entdeckendes und kreatives Lernen parallel verläuft mit problemlösendem und forschendem Denken.

Der Lehrstoff soll nicht als fertiges rezeptives Paket angenommen und bearbeitet werden, sondern soll problemlösendes Handeln provozieren und den Forscherdrang steigern.

Die möglichst selbstständige oder nur durch Impulse gesteuerte Recherche zur Wissens-erweiterung soll hierbei einen hohen Stellenwert erfahren. Um diese Ziele zu erreichen, stehen eine Reihe von Methoden zur Gestaltung des Unterrichts zur Verfügung.

 

Damit die Schülerinnen und Schüler ihren Unterricht auch selbst organisieren können, müssen ihnen folgende Unterrichtsstrukturen und -methoden vertraut sein: Tagesplan-Arbeit, Wochenplan-Arbeit (für den Unterrichtsvormittag wie auch den -nachmittag), Arbeit mit und in Projekten, Freiarbeit und offener Unterricht.

Um diese Methoden erfolgreich umzusetzen, muss der Unterricht entsprechend vorbereitet werden. Notwendig ist geeignetes Lernmaterial, welches Probleme stellt, deren Lösungen erst durch die zu ermittelnden Wege gefunden werden können.

Die Kinder sollen möglichst von ihrem aktuellen Lernstand abgeholt und mit den erstellten und mit ihnen abgesprochenen Förderplänen an die Vorgaben des zu erwarteten Lernprozesses herangeführt werden. Die Begabungen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, das Lerntempo sowie Forderung und Förderung werden durch die Lehrkraft berücksichtigt. Unterforderungen können so vermieden werden, da den Anforderungen nach oben keine Grenzen entgegengesetzt werden.

 

 

 

Arbeitsgemeinschaften und Angebote

 

Arbeitsgemeinschaften sind zusätzliche Angebote für die jeweilige Jahrgangsstufe und offen für interessierte Schülerinnen und Schüler. Sie finden vor dem Vormittagsunterricht oder im Anschluss daran bzw. nachmittags statt. Schülerinnen und Schüler, die an bestimmten Themenbereichen interessiert sind, können an diesen Arbeitsgemeinschaften teilnehmen. Der zeitliche Rahmen wird entweder durch einen thematischen Bereich bestimmt oder ist auf ein halbes Jahr festgelegt. Die Angebote richten sich nach dem Anteil der Lehrkräftestunden, die uns verbleiben, nach dem der Pflichtunterricht abgedeckt ist. Dies gilt für die schwächeren wie für die leistungsstarken Kinder unserer Schule.

Solange wir noch Gelder durch die Vergabe des Gütesiegels erwarten können, finden immer Angebote im Bereich Deutsch-Literatur und Knobelmathematik statt.

 

 

Projekte

 

In unserem Schulprogramm sind Projekte verankert. In der Praxis sieht es so aus, dass pro Schuljahr eine Projektwoche zeitgleich für alle Kinder unter einem zentralen Thema stattfindet. Diese Projektwoche wird jährlich neu organisiert durchgeführt: Jahrgangsübergreifend für die ganze Schule, jahrgangsübergreifend für nur zwei Jahrgänge, klassenübergreifend, im Klassenverband.

 

Des weiteren führt jede Klassenleitung mindestens ein thematisch gebundenes Projekt im regulären Unterricht durch. Bevorzugt empfohlen sind hier die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht.

 

 

Wettbewerbe

 

Je nach Ausschreibung bundes-und hessenweit sowie aus der Region kann nach der vorge-gebenen Altersstruktur an entsprechenden Wettbewerben teilgenommen werden. Das geschieht in der Regel im Klassenverband mitunter aber auch individuell.

 

 

 

 

Verweise auf weitere Lernangebote

 

 

Die Eltern der betroffenen Kinder werden über außerschulische bzw. schulübergreifende Lernangebote für besonders begabte oder interessierteKinder informiert, z.B. der Jugendakademie.


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