Unser Förderkonzept

Förderfreundliche Schule

 

Was ist das?

 

 

Schüler/innen:     

- Situationen erleben, die viele Begabungen  freilegen in einem Unterricht für alle Sinne.                                    

 

Lehrkraft:

- Vermittler von tradiertem u. innovativem Wissen (Terminologie: Club of Rome)

                                                                                                              - Verfügt über methodische und diagnostische Kompetenz

- professionelle Lehrerpersönlichkeit, die ihre Sach- und Fachkenntnis auf    

  die jeweilige Lerngruppe bezogen anwendet.

 

 



Was heißt förderfreundlich?

 

Förderfreundlich meint das Fördern eines jeden Kindes auf individuelle und freundliche, also positive Art und Weise;  ganz nach dem Prinzip:
„Die Stärken stärken“ und „Die Schwächen schwächen“. 
Das betrifft besonders den Umgang mit Fehlern – weg von der

Defizitorientierung hin zur Entwicklung einer Könnensperspektive.„Was kann das Kind schon? Was muss es noch lernen? Was muss es als nächstes lernen?“  Der Blick muss dabei auf die individuelle Lernentwicklung und die subjektiven Aneignungsprozesse gerichtet werden!
Dazu ist eine genaue Beobachtung des Lernverhaltens der Schülerinnen und Schüler unabdingbar. Dies führt über diagnostische, methodische und pädagogische Kompetenz zu einer möglichst optimalen individuellen Förderung. Zur Gewährleistung einer optimalen Förderung gehören ferner folgende Punkte:
-    eine gute, produktive und offene Zusammenarbeit mit Eltern sowie  

     Verständnis für deren     
     Probleme und Bemühungen
-   eine enge Zusammenarbeit mit entsprechenden Institutionen,

     Therapeuten etc.
-    Fortbildungen zu den verschiedensten Thematiken
-    Ansprechpartner/innen bzw. Fachleute an der Schule „ausbilden“ bzw.

     benennen, die sowohl Kollegen und Kolleginnen als auch Eltern beraten

     können

-      Entsprechendes Förder- und Fordermaterial (Karteien etc.)

-       Stundenkontingente für Förder- und Forderkurse, für Beratung und für Einzel- und Kleingruppenbetreuung

 

 

Förderkonzept

 

Förderung bedingt die Bereitstellung und die Durchführung besonderer pädagogischer Angebote, wenn die pädagogischen Standardangebote – jeder Unterricht ist auch gleichzeitig Förderung – nicht ausreichend für die gedeihliche Entwicklung der Lernenden sind. Es kann sich dabei um die Vermittlung der schulischen Lehrinhalte in modifizierter Form, um unterrichtsergänzende Angebote oder Differenzierungsangebote in einem binnendifferenzierenden Unterricht oder um Hilfestellung zur emotionalen und sozialen Stabilisierung handeln.

Vor jeder individuellen Förderung wählt die zuständige Lehrkraft oder Klassenkonferenz je nach Entwicklungsstand des Kindes oder Notwendigkeit eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen aus.

  • Der Blick soll auf die individuelle Lernentwicklung und die subjektive Aneignungsprozesse gelenkt werden (. z. B. Entdeckendes Lernen, Lernbeobachtungen etc.)
  • Diagnostik im 1. Schuljahr – Anfangsunterricht
  • Bereitschaft Unterrichtsformen und Unterrichtsorganisation im Hinblick auf die Bedarfe der Schüler und Schülerinnen verändern
  • Individuelle Schwächen und Stärken erkennen, sehen und akzeptieren und die entsprechende Förderung unter der Maßgabe des gegenseitigen Respekts: Lehrkraft – Schüler sowie Schüler – Schüler einleiten.
  • Konstruktive Zusammenarbeit mit Eltern, Fachleuten und außerschulischen Institutionen mit Blick auf das Kind und der entsprechend notwendigen Transparenz
  • Arbeitsmaterialien, die handlungsorientiertes und selbstbestimmtes Lernen intendieren, für verschiedene Lerntypen verstärkt anbieten

 

 

Gefördert werden in der Regel:

 

-        ADS / ADHS-Kinder und verhaltensauffällige Kinder in und außerhalb des Unterrichts

-        schwach begabte Kinder in und außerhalb des Unterrichts. Einrichten von Förderangebote (Clubs)

-        Kinder mit besonderen Begabungen in und außerhalb des Unterrichts.

(Forderangebote wie Deutsch-Literatur, Knobelmathematik und Grundschulfranzösisch)

-                   -       inklusiv beschulte Kinder in und außerhalb des Unterrichts dafür      

               wurden und werden spezielle Unterrichtsmaterialien angeschafft.

 

 


Fördermaßnahmen

 

Um ein Kind gezielt zu fördern, muss dessen Entwicklungsstand analysiert werden, damit darauf aufgebaut werden kann.
Dabei müssen sowohl die Stärken als auch die Schwächen eines Kindes im Zentrum der Förderung stehen. Es sollte deshalb bei der Arbeit mit den zu entwickelnden Förderplänen nicht mehr nur der Defizitansatz gelten, sondern auch die Stärken der Kinder sind zu erkennen und zu nutzen, um davon ausgehend, bestimmte Inhalte mit bestimmten Methoden zu vermitteln.
Bei der Erstellung des jeweiligen Förderplans und der anschließenden Förderung, dürfen weder die Defizite übersehen, noch die nicht vorhandenen Fähigkeiten geleugnet werden. Jede Lehrkraft muss von den Stärken ihrer Schülerinnen und Schüler ausgehen.

An der Grundschule Harleshausen wurden untenstehende Maßnahmen zur Förderung bereits  verschriftlicht.
-   Anfangsunterricht
-   Individueller Förderplan
-   Förderplanung Lese-Rechtschreibschwäche /Dyskalkulie
-   Bausteine zur Förderung von besonderen Begabungen (siehe Konzept Hochbegabung)

Grundsätzliche Bedingungen zur erfolgreichen Umsetzung dieses Förderkonzeptes sind schulorganisatorische Voraussetzungen wie Klassen- und Jahrgangsteams, Blockbildung bei der Stundenplangestaltung, mögliche Rhythmisierung des Unterrichts, gemeinsame Projekte und Veranstaltungen sowie die gute und konstruktive Zusammenarbeit aller an unserer Schularbeit Beteiligten.

 

 

Anfangsunterricht

 

Zu Beginn des ersten Schuljahres, im Anfangsunterricht,  ist das Kind aus verschiedenen Blickwinkeln heraus zu beobachten, um ggf. frühestmöglich Fördermaßnahmen zu initiieren. In der nachfolgenden  Auflistung sind die wesentlichen Aspekte zur Kindbetrachtung angegeben!
Ist die Wahrnehmung durch die Sinne gestört, kann Lernen nicht erfolgreich sein. Werden Laute nicht richtig gehört und gebildet, kommt es zu Problemen beim Lesen und Schreiben. Die sinnlich wahrnehmbaren Merkmale der Sprache werden ungenau erfasst. Ebenso beeinträchtigen fehlende Wahrnehmungen das Lernen in anderen Bereichen.
Der Stand der Entwicklung der Sinne und der Motorik eines Kindes, seine Konzentrationsfähigkeit, sein Arbeitsverhalten, seine Sprachfähigkeit und sein Sprachverständnis entscheiden über seinen Lernerfolg. Aus diesem Grund benötigen wir viele Informationen in diesen Bereichen, um die Lernvoraussetzungen eines Kindes zu Beginn des ersten Schuljahres beurteilen zu können.
Zu beachten sind die Motorik, das allgemeine Verhalten, das Sprach-verhalten sowie die Mathematik und die Logik.

 

Motorik
(sicheres Körpergefühl, ausgeprägtes Gleichgewichtsempfinden, gute visuelle und akustische Wahrnehmung)

Taktil-kinästhetische

Wahrnehmung

Körperschema

Körperteile zeigen, rechts/links

 

bilaterale Koordination

sicher gehen

Körpermittellinie kreuzen

Hampelmann

 

taktiles Empfinden

Hautzeichnung/Formwahrnehmung

Differenzierungsvermögen

Vestibuläre Wahrnehmung

Gleichgewicht

Einbeinstand, hüpfen

Treppe und Fußwechsel

Balancieren an einer Linie

 

Vestibuläre Über/Unterfunktion

Drehung

Schaukelt gerne

Schaukelt nicht

 

Tonus/ Isolierte Bewegungen

Körperspannung

Mitbewegung gesamter Körper

Seitigkeit/Lateralität

rechts/links Bevorzugung

Hand und Fuß

Visuelle Wahrnehmung

visuelle Gliederung

visuelles Gedächtnis

Formunterscheidung

Muster nachzeichnen

Linien verfolgen

Figur-Grund-Wahrnehmung

Gegenstand verfolgen

Graphomotorik

 

Handtonus/Druck

Ausmalen von Formen

 

 

Allgemeines Verhalten
(Lernbereitschaft, positives Arbeitsverhalten, Konzentrationsfähigkeit, stabiles emotionales und soziales Verhalten, Selbstkontrolle)

1. Lernbereitschaft

Lerninteresse

Mitarbeit

Ordnungssinn

2. Arbeitsverhalten

Arbeitsbeginn

Arbeitstempo

Arbeitsziel erreicht

3. Selbstständigkeit

Selbstständigkeit

Sucht selbst Hilfe

4. Konzentration und auditive Figur-Grund-Wahrnehmung

hört zu trotz Geräuschen von außen

nur eigene Tätigkeit, nicht andere

Arbeitsdauer

arbeitet weiter

aufmerksam beim Vorlesen

aufmerksam beim Gespräch

aufmerksam bei Sport/Musik/Kunst

 5. Emotionaler Bereich

    Soziales Verhalten

 

   Konfliktverhalten

 

 

    Selbstkontrolle

 selbstsicher

bewertet Neues +/-

Kontakt zu L, S, L+S

verträglich

beliebt

Vermeidung von Konflikten

Lösung von Konflikten o. L.

Einsichtig bei Konflikten

beherrscht

schiebt Bedürfnisse auf

Frustrationstoleranz

6. Kontakte

teamfähig

hilfsbereit

Rücksichtnahme

 

 

Sprache
(Sprachfähigkeit im Ausdruck und im Verständnis der deutschen Sprache, Anweisungsverständnis, Sprachgedächtnis, gute Wahrnehmungsfähigkeit im Bereich des Hörens, phonologische Bewusstheit (Grundkenntnisse über Silben, Reime und Anlaute))

1. Sprachfähigkeit

Artikulation

Sprechsicherheit

Sprechrhythmus

Wortschatz altersgemäß

Wortschatz aktiv u. Sprachfähigkeit

Wortschatz passiv u. Handeln

Satzbildung

Oberbegriffe

Unterbegriffe

Grammatik

Nacherzählung

2. Anweisungsverständnis

Anweisungen direkt ausführen

Anweisungen verstehen

3. Sprechbereitschaft

Unterrichtsbeiträge oft

Zuhören/Gesprächsbereitschaft

4. auditive Wahrnehmung/

    Sprachgedächtnis

Wörter wiederholen

Reim

Verse

Silben wiedererkennen

5. Kenntnis der Begrifflichkeit/

    Phonologische Bewusstheit

Vorkenntnisse

Reime

Silben

Anlaute

6. Außerschulische Sprachför-  

   derung

Stammeln, Stottern

 

 

Mathematik  und Logik
(Mengenauffassung, Merkfähigkeit bezüglich Zahlen, vergleichen und sortieren von Mengen, vorwärts und rückwärts zählen, herstellen von Relationen)

1. Mengenauffassung

Mengen von 5 und mehr bestimmen ohne

zu zählen

Mengen kleine als 5 bestimmen ohne zu zählen

 

2. Merkfähigkeit

Zahlenfolgen nachsprechen

5 Zahlen

nachsprechen, 4 Zahlen

3. Mengenvergleich

(vergleichen und sortieren)

Mehr/weniger

Größer als/kleiner als

Mehr als/weniger als

4. Relationen herstellen

Eins-zu-eins-Zuordnung

5. Ordnen einer Menge

Reihen ordnen: ordnen nach Länge

6. Zählen

Zählen bis 10 vorwärts

Zählen bis 10 rückwärts

Ordinalzahl

Kardinalzahl

7. Formen

Dreieck, Kreis, Quadrat

 

Der Anfangsunterricht baut auf den o.g.  Voraussetzungen auf. Durch Beobachtungen und Überprüfungen können mögliche Schwächen der Kinder schon zu Beginn des Lernprozesses im ersten Schuljahr entdeckt werden. Dadurch werden Störungen im Lernprozess vermieden. Die Beobachtungen sollten festgehalten werden und als Gesprächsgrundlage bei Beratungsgesprächen zwischen den Lehrkräften sowie zwischen Lehrkräften und Eltern dienen.
Bei Auffälligkeiten oder Defiziten besteht Förderbedarf !

 

 

Individuelle Förderplanung LRS

 

Werden besondere Auffälligkeiten bzw. Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben festgestellt gilt:

 

1. Feststellung und Beschreibung des gegenwärtigen Lern- und Entwicklungsstandes  (Auffälligkeiten)
    - emotionale Entwicklung (sicher/unsicher)
    - soziale Entwicklung (Verhalten/Stellung in Klasse/Konfliktverhalten)
    - motivationale Entwicklung (Frustrationstoleranz, Lernmotivation,  

      Aufmerksamkeitsspanne …)
    - körperliche Entwicklung (Motorik, Gleichgewicht, hören, sehen,

      Koordinationsfähigkeit)
    - psychomotorische Entwicklung

2. Prioritätensetzung
Diagnose des Leistungsstandes (z. B. Hamburger Rechtschreibprobe, Stolpertexte, Onlinediagnose Schroedel, usw.)

-        Beobachtungen im Unterricht

-        Absprache mit Lehrkräften

Lesen: Erkennen der Buchstaben, Zusammenziehen, flüssiges Lesen, sinnerfassendes Lesen

Schreiben: a) Motorik: Kenntnis der Buchstaben, Schreibrichtung,    

                    Größenverhältnis, Linieneinhaltung
                b) Rechtschreibung: Vollständigkeit der Wörter, Sätze,

                    Verwechslung von Buchstaben
                     a) optisch: b-d, p-q, ?-s,
                     b) akkustisch: p-b, d-t
                     c) „Verdreher“ im Wort

 

3. Festhalten der Ergebnisse in individuellen Förderplänen
    Mögliche Fördermaßnahmen
    -   differenzierte Hausaufgaben
    -   differenziertes Unterrichtsmaterial
    -   Förderunterricht
    -   veränderte Sitzordnung
    -   Helferprinzip anwenden
    -   motorische Förderung und Wahrnehmungsförderung (Spiele,

        Material…)

    - differenzierte Arbeit am Computer

    - Beratende Maßnahmen der Eltern und Zusammenarbeit mit

      außerschulischen Unterstützungsystemen.

 

 

4. Umsetzung und Dokumentation der Maßnahmen  (kurze  

    Zeitrahmen)

5. Evaluation und Fortschreibung
    -   Auswertung der Umsetzung
    -   weiterführende Maßnahmen, Ziele bzw. Korrektur

 

Förderorganisation

Förderung bringt nur Erfolg, wenn sie regelmäßig und beständig für das Kind angeboten wird. Alle Personen, die in der Schule mit dem Kind arbeiten, sollten sich dem Kind gegenüber möglichst auf die gleiche Art verhalten. Absprachen über Lehrerverhalten und Unterrichtsangebote sind für die unterrichtenden Lehrkräfte unverzichtbar. Förderung muss  in individuellen Förderplänen dokumentiert werden.

 

 

Förderplankonzept der Grundschule Harleshausen

 

  1. Bedingungsgefüge für das Erstellen eines Förderplankonzeptes / Gesetzeslage im Hinblick auf uns als Grundschule

    1.1. Was leisten Förderpläne?

 

    2.   Grundlage  und Aufbau unseres Konzeptes

 

  1. Vorstellungen über den Einsatz und die Verwendung des Konzepts im Hinblick auf  die pädagogische Grundorientierung unserer Schule / Kritische Stellungnahme

    

     

  1. Bedingungsgefüge für das Erstellen eines Förderplankonzeptes –  Gesetzeslage im Hinblick auf uns als Grundschule

 Die Verordnung über Unterricht, Erziehung und sonderpädagogische Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen (VOSB) vom 15. Mai 2012 legt einen allgemeinen Förderauftrag fest.

 

Vor der Ausformulierung des Förderplankonzeptes erscheint es sinnvoll die Frage aufzuwerfen, was Förderpläne innerhalb eines solchen durch Gesetz festgelegen Bedingungsgefüges leisten sollen und können.

                                                                                          1.1. Was können Förderpläne leisten?

 

Förderpläne dokumentieren und systematisieren Individualisierungsmaß-nahmen. Sie ermöglichen es, in  heterogenen Gruppen mit einem hohen Maß an Individualisierung  des Unterrichts Lernverläufe zu dokumentieren und didaktische sowie methodische Entscheidungen transparent zu machen.
Förderpläne haben den  Blick des Lehrenden auf den Schüler, die  Schülerin zu  schärfen. Lernsituationen werden bewusster gestaltet. Problemsituationen und Leistungsstärken fallen schneller auf. Eine Rückschau auf Lernentwicklung ist möglich. Sie provozieren und institutionalisieren Teamarbeit. Förderpläne ermöglichen es curriculare Vorgaben von administrativer Seite zu Gunsten eines  Lernenden zu interpretieren; am Lernenden zu orientieren. 
Diese o.g. Vorteile von Förderplänen  sind integrierte Bestandteile unserer Unterrichtsgestaltung. Individualisierungsmaßnahmen sind  Teil unserer pädagogischen Grundorientierung.

 

2. Grundlage unseres Konzeptes

Während des Schuljahres 2007/08 nahm unserer Kollegium an zwei sich aufeinander beziehende Fortbildungen zum Thema ‚Förderplankonzept’ teil. Ausgerichtet wurde diese Fortbildung von Herrn Reichenbach. Dabei stellte er uns unter anderen detailliert das Konzept von Frau Dr. K. Höhmann vor.

Wir als Kollegium entschieden uns dafür, das schuleigene Konzept an dem genannten zu orientieren.

Wir haben daraus sechs Stationen abgeleitet, an denen wir uns ausrichten. Diese werden im  Folgenden vorgestellt.

Station 1: Zusammenstellung des Lehrkräfteteams, das an der Erstellung des Förderplans beteiligt ist. Eltern und außerschulische Experten können in dieses Team mit einbezogen werden.
Eltern müssen über die Intentionen des Förderplanes  informiert weden.

Station 2: Erstellen der Ist-Situation. Zeugnisnoten  werden herangezogen,  unterrichtende Lehrkräfte werden befragt, fachliche und überfachliche Kompetenzen des Lernenden abgefragt.
Wo bestehen die Schwierigkeiten, gibt es besondere Stärken, besondere Interessen, Bevorzugung bestimmter Arbeits- und Lernformen. Verhalten bei  Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit.

Station 3: Hier geht es um ein klar formuliertes Förderziel, mit klar erkennbarem Fokus. Dieser kann auf der Ebene der Inhalte und Themen oder auf der Ebene der Methoden und  Techniken oder der sozialen  Kompetenzen liegen. Je genauer die Eingrenzung des Förderzieles, desto besser  lässt sich der Förderplan im Detail schreiben und desto besser kann er auch evaluiert werden.

Station 4: Welche sinnvollen Lernarrangements sollen gewählt werden, Förderfokus und Fördermaßnahmen werden im Förderplan festgelegt. Wichtig ist die Nennung des Zeitraumes in diesem Zusammenhang. (Förderplan, siehe Anhang)

Station 5: Diese meint den konkreten Unterricht und eventuelle Modifizierungen hinsichtlich alltäglichen Unterrichtsgeschehens.

Station 6: Evaluation - Haben die Lernarrangements sich als sinnvoll erwiesen, ist eine  neue Förderung notwendig, waren die durchgeführten Maßnahmen erfolgreich?

 

 

3. Vorstellungen über den Einsatz und die Verwendung des Konzeptes im Hinblick auf die pädagogische Grundorientierung unserer Schule

Aufgrund unserer pädagogischen Grundorientierung mit entsprechender Unterrichtsorganisation ( je nach  Erfordernissen Tages- / Wochenplan- arbeit / Projektarbeit / Frontalunterricht) arbeiten wir ständig an der Weiterentwicklung von Individualisierungsmaßnahmen. Beobachtung und Austausch der Unterrichtenden gehören selbstverständlich dazu; ebenso die Dokumentation  fördernder Maßnahmen sowie deren Auswertung.

Dem zugrunde liegt das Verständnis einer Lernkultur im Sinne der Individualisierung und Inklusion. Dazu gehört die Akzeptanz von Heterogenität; ebenso ein Verständnis von Leistungserbringung und  -beurteilung (Leistung, hier nicht nur verstanden, als Reproduktion von  Faktenwissen).
Aussagen zur  gewünschten inhaltlichen und methodischen Umsetzung der pädagogischen Grundorientierung finden sich in den vom Kollegium unserer Schule erstellten Fachcurricula, und müssen deshalb hier nicht näher ausgeführt werden.
Förderung ist diesem Verständnis immanent, ohne die zusätzliche Etikettierung, die durchaus bei Schülern und Schülerinnen stigmatisierende Effekte haben kann.
Diese Arbeit können wir nur mit einem sehr hohen Engagement aller beteiligten Lehrkräfte durchführen. Unter anderem finden Fortbildungen  im Bereich der methodischen und diagnostischen Kompetenz  fortlaufend statt.
Wir sehen dieses pädagogische Verständnis mit seiner Arbeitsweise allerdings konterkariert durch den Zwang zur Selektion am Ende der Klasse 4. Alle pädagogischen Maßnahmen finden hier ihr jähes administratives Ende. Wertschätzung und Anerkennung erhält gesamtgesellschaftlich nur die gymnasiale Schulform. Eine integrative Pädagogik, die unterschiedliche Begabungen der Schülerinnen und Schüler für die Gemeinschaft sinnvoll nutzbar entwickeln und einsetzen möchte, sollte von einer Schullandschaft begleitet werden, die Begabungen und Kenntnisse nicht wertend gegeneinander ausspielt  und Schulformen zuordnet. Vielmehr macht ein Bildungswesen Sinn, das das integrative Prinzip nicht nur als Methode des Unterrichts versteht, sondern als Leitgedanken jeglicher Bildungs-prozesse.

 

 


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